„CYRKUS für alle“

Im Herbst 2014 fand erstmalig im Rahmen des Bundesförderprogramms Zirkus macht stark ein Zirkusprojekt in einem sogenannten sozialen Brennpunkt in Görlitz statt. In Kooperation mit dem Kinder-Kultur-Café CAMALEÓN und teilweise mit der Jahnschule Görlitz kommen junge Menschen mit verschiedenen Muttersprachen miteinander und mit dem Medium Zirkus in Kontakt.
Inzwischen tritt „CYRKUS für alle“ in zwei Formen auf dem Lutherplatz auf:
zwei Drei-Tage-Projekte im Jahr einerseits, und an einem Tag pro Woche ein offener CYRKUSworkshop über eine Dauer von einem halben Jahr.

Ein sozialer Brennpunkt“ erfordert eine andere Methodik als unsere regelmäßigen Workshopangebote: offenere zeitliche Strukturen und niedrigschwelligere, stückchenweise Heranführung an die Zirkuskünste.
Wesentlich ist hierbei die Einstellung, bei den Kindern zu Gast zu sein. Mit einer solchen, sehr behutsamen Grundhaltung beobachten wir:
Die Pädagogik des „street circus“ kann auch Jugendliche und Kinder zu künstlerisch-kreativer Aktivität motivieren, welche sich in anderen Lernkontexten (bspw. schulischen) als eher defizitär erleben. Sie entdecken sich in anderen Rollen und in neuen Verhaltensmustern. Mit etwas Zeit gelingt es ihnen, die Beziehung zwischen ihrem Sozialverhalten und der Gruppendynamik zu erkennen. Die Kinder und Jugendlichen können eigenverantwortlich auf der Bühne agieren, ihre erarbeiteten Ergebnisse präsentieren und sich als Teil der Gruppe begreifen. Somit bietet dieses aufsuchende zirkuspädagogische Projekt „sozial benachteiligten“ Kindern Chancen für positive und friedvolle Selbstwirksamkeitserfahrungen.

Der deutsch-polnische Stil unserer Projekte wird auch in diesem Projekt umgesetzt, da viele Familien des Stadtteils polnische Wurzeln haben. Zudem hat sich die Vielfalt der Migrationshintergründe seit 2015 vergrößert: Kinder von asylsuchenden Familien nehmen teil, was neue Herausforderungen mit sich bringt und uns gleichzeitig in unserer non verbalen Arbeitsweise bestätigt.